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«Zwingli»-Bösewicht macht Strip-Show!

 

Oscar Sales Bingisser (61) schlägt zurzeit die Schweizer Kinogänger mit seinem furiosen Auftritt als «Zwingli»-Bösewicht Johann Faber in seinen Bann. Bereits haben gegen 200'000 Zuschauer den Film gesehen – der Start in der Romandie steht noch aus. Auch sein neustes Projekt lässt niemanden kalt. Der Einsiedler führt beim Strip-Spektakel «Ladies Night» Regie, das ab morgen Donnerstag im Zürcher Bernhard Theater läuft.

Manchen wird die Story aus der Verfilmung «The Full Monty» bekannt sein. «Strippende Männer sind das pure Gegenstück zur wuchtigen Zwingli-Saga», meint Bingisser. «Die rasante Komödie ist ein perfekter Kontrast – trotzdem beinhaltet das Stück auch Doppelbödigkeiten.» Auf der Bühne mit dabei sind Ex-Bachelor Rafael Beutl (33), Comedian Midi Gottet (52) und Charakterkopf Kamil Krejci (57). Bingissers strengste Kritikerin ist seine Frau. «Wenn bei ihr etwas auf positive Resonanz stösst, weiss ich, dass auch andere Menschen Freude haben. Das ist hier ebenfalls so.»

 

Wie geschaffen für die Rolle

 

Für die Rolle des Generalvikars Johann Faber in Stefan Haupts (58) «Zwingli» war Bingisser wie geschaffen. Er ist ganz in der Nähe des Klosters Einsiedeln aufgewachsen und hat dort die Schule besucht, inklusive Griechisch- und Lateinunterricht.

Der Schauspieler, Regisseur und Autor war schon vor 20 Jahren bei Haupts Kino-Regiedebüt «Utopia Blues» als Darsteller dabei. «Am Zürcher Theaterspektakel haben sich unsere Wege wieder gekreuzt. Stefan sagte mir, er habe eventuell eine Rolle für mich, und lud mich zum Casting ein.»

 

Zutiefst ergriffen bei den Dreharbeiten

 

Seine Bösewicht-Figur skizziert er so: «Faber ist ein Mann, der intensiv an den Katholizismus glaubt und nun grosse Angst hat, seinen Einfluss zu verlieren und im Chaos zu versinken. Er ist aber kein beschränkter Machtmensch, sondern höchst intelligent.» Für Bingisser, der Kostüme und Zeitreisen liebt, wurde ein Kindheitstraum wahr. «Dieses Archaische bei den Dreharbeiten im Grossmünster Zürich hat mich zutiefst ergriffen, obschon ich meinen Glauben nicht aktiv praktiziere.»